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19.03.2020Tirol

Duale Ausbildung: Von Tirol in die Alpenregionen Europas

Während der EUSALP-Präsidentschaft Tirols im Jahr 2018 wurde ein 10-Punkt-Plan für duale Ausbildung und Fachkräfte entwickelt, die nun im Zuge des Euregio-Vorsitzes vorangetrieben wird.

Tirol hat im internationalen Vergleich seit vielen Jahren eine relativ geringe Jugendarbeitslosigkeit. Während der EUSALP-Durchschnitt im Jahr 2017 bei 13,7 Prozent lag, verzeichnete Tirol eine Jugendarbeitslosigkeitsquote von 7,7 Prozent. Der Strategieplan richtet sich an Unternehmen, Auszubildende und Lehrende.

In diesem Sinne fand am Unternehmenssitz von Swarovski in Wattens ein erster Euregio-AusbilderInnen-Stammtisch statt. Insgesamt 100 TeilnehmerInnen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino tauschten sich über eine qualitätsvolle duale Ausbildung in der Europaregion aus. Weitere drei Euregio-Stammtische sind geplant.

„In Österreich haben wir mit unserem System der dualen Ausbildung ein Erfolgsmodell, das als Vorbild für andere Länder dient – umso wichtiger ist der Austausch innerhalb der Euregio“, betont Arbeits- und Bildungslandesrätin Beate Palfrader. „Eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene betriebliche Ausbildung ist nicht nur die fachliche, sondern auch die pädagogische Kompetenz der Ausbilderinnen und Ausbilder.“ Zielsetzung sei es auch, die Betriebe und ihre Lehrenden gut zu unterstützen und ihnen ein Expertennetzwerk aus allen drei Regionen zur Verfügung zu stellen.

Unterschiede in den drei Ländern

Im Unterschied zu Österreich, wo die Lehrpläne in enger Abstimmung zwischen den Schulen und den betrieblichen Erfordernissen vom Bildungsministerium erstellt und aktualisiert werden, gelten in Italien andere Regelungen. Die Tradition des dualen Systems gibt es in dieser Form nicht. Landeseigene ExpertInnen sehen deshalb einen langen Weg bis zur Akzeptanz einer „Lehrlingsausbildung“ in den Betrieben, auch wenn das italienische Bildungsministerium von dessen Wichtigkeit überzeugt ist. Im Rahmen der Bildungsautonomie hat Südtirol die Lehrlingsausbildung eingeführt und auch Trient könnte entsprechende Rahmenbedingungen schaffen.

Ausbilderforum als Vernetzungsplattform

Das Ausbilderforum Tirol wird hauptsächlich durch das Land Tirol finanziert und ist eine langjährige Kooperation des Landes mit der Arbeiterkammer Tirol, der Wirtschaftskammer Tirol und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund. Beratend sind das Berufsförderungsinstitut und das Wirtschaftsförderungsinstitut Tirol involviert. Die Geschäftsstelle liegt bei der Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Tirol.

Die Stammtische des Ausbilderforums bieten allen in der Lehrlingsausbildung tätigen Personen eine einzigartige Plattform zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch. Das Stammtisch-Konzept des Ausbilderforums mit Betriebsführungen und Impulsreferaten durch ExpertInnen zu aktuellen Themen der Lehrlingsausbildung sowie anschließender Diskussionsmöglichkeit hat sich über die Jahre erfolgreich bewährt.

Weitere Infos finden sich unter www.ausbilderforum.at und www.facebook.com/ausbilderforum.

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