SCHLIEßEN MENÜ

Über Uns

10 Regionen, Provinzen, Kantone bzw. Bundesländer aus den Staaten Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz arbeiten zusammen.

Wer?

Am 12. Oktober 1972 fand in Mösern in Tirol auf Einladung von Landeshauptmann Eduard Wallnöfer die Gründungssitzung der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer statt.

Seither hat sich viel getan: es fanden sich 10 Regionen, Provinzen, Kantone bzw. Bundesländer aus den Staaten Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz zusammen.  1972 legten die Regierungschefs des Freistaates Bayern, der autonomen Provinz Bozen-Südtirol, des Kantons Graubünden, der Region Lombardei sowie der Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg die Grundlage für eine enge Zusammenarbeit über Landes- und Regionen-Grenzen. 1973 folgte die autonome Provinz Trient der Einladung zur Mitarbeit, 1982 der Kanton St. Gallen und 1986 der Kanton Tessin. Der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer gehören aktuell fast 26 Millionen Menschen, die auf 142.366 km2 leben, an.

Die Durchführung der Beschlüsse des obersten Organes besorgen Projektgruppen.

Das oberste Organ der ARGE ALP ist die Konferenz der Regierungschefs. Das Präsidium wechselt jährlich zwischen den einzelnen Mitgliedsländern. Ein Leitungsausschuss, bestehend aus leitenden Beamten der Mitgliedsländer, sorgt für die Vorbereitung der Konferenzen der Regierungschefs und für die Durchführung der dort gefassten Beschlüsse. Für die eigentliche Umsetzung des Arbeitsprogramms werden Projektgruppen mit Fachkräften aus den einzelnen Mitgliedsländern eingesetzt. Der Sitz der Geschäftstelle der Arge Alp befindet sich in Innsbruck.

Warum?

Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist unerlässlich, da die Folgen von ökonomischen, unweltbezogenen und gesellschaftlichen Entwicklungen nicht an Staatsgrenzen halt machen. Die ARGE ALP hat sich das Ziel gesetzt gemeinsame Anliegen und Problemstellungen auf ökologischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet zu behanden. Weiters soll das gegenseitige Verständnis der Völker im Alpenraum und das Bewusstsein der kollektiven Verantwortung dem gemeinsamen alpinen Lebensraum gegenüber gestärkt werden.

Als besonders wichtig werden dabei angesehen:

  • die Sicherung und Entwicklung des Alpengebietes als Lebens- und Erholungsraum von höchster Qualität, wofür der Schutz der Umwelt und des ökologischen Gleichgewichtes unverzichtbare Voraussetzungen sind
  • die Abstimmung der Raumordnungsmethoden und Planungsziele;
  • die Koordinierung der Planungen und Baumaßnahmen im alpenüberschreitenden Schienen- und Straßenverkehr,  unter besonderer Berücksichtigung der Problematik des Transitschwerverkehrs
  • die Intensivierung der wirtschaftlichen Kooperation, insbesondere mit dem Ziel der Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Sicherung des wirtschaftlichen Wohlstandes
  • der Erhalt des reichen, kulturellen Erbes bei gleichzeitiger Förderung des zeitgenössischen Schaffens;
  • der Schutz der Gesundheit und die Förderung der Familie;
  • die Förderung der europäischen Integration.

Was will die Arge Alp?

Die ARGE ALP hat es sich zum Ziel gesetzt, durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit und kleinstmöglicher Institutionalisierung gemeinsame Anliegen auf kulturellem, sozialem, wirtschaftlichem und ökologischem Gebiet zu behandeln. Weiters sollen das Bewusstsein der gemeinsamen Verantwortung für den alpinen Lebensraum vertieft, die Kontakte zwischen den Völkern gefördert und die Stellungen der Regionen gestärkt werden, um einen wertvollen Beitrag zur Zusammenarbeit in Europa leisten zu können.

Mit diesen Zielen war die ARGE ALP europaweit der erste vergleichbare Zusammenschluss autonomer Einheiten auf der Ebene unterhalb der National- und Bundesstaaten. Es ist ihr historischer Verdienst, dass durch diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit dem Gedanke des Regionalismus in Europa Leben eingehaucht wurde. Dieser Regionalismus ist eine Chance das „Europa der Bürger“ inhaltlich auszugestalten und der Bevölkerung einen neuen Weg der Gemeinsamkeit aufzuzeigen.

Mit ihrem „Gemeinsamen Leitbild für die Entwicklung und Sicherung des Alpengebietes“ konnte die ARGE ALP einst den umfassendsten und konkretesten Zielkatalog im gesamten Alpenraum stellen. Bis heute ist dieser in seinen Grundsätzen und Zielen weitestgehend gültig. Sowohl die politischen und gesellschaftliche Umwälzungen in der Vergangenheit, wie der fortschreitende Integrationsprozess in Europa als auch die Bildung weiterer Arbeitsgemeinschaften nach dem Beispiel der ARGE ALP machen eine laufende Präzisierung der Aufgaben notwendig:

Die ARGE ALP soll selektiv jene Aufgaben wahrnehmen, die sie auf Grund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung besser als andere Einrichtungen durchführen kann. Sie soll dort tätig werden, wo sie auf anderen Ebenen laufende oder durch andere Gremien betriebene Aktivitäten effektiv verstärken kann. Zur Umsetzung sind nicht nur jeweilige Parlamente, Regierungen, Verwaltungen, Verbände und Organisationen der Wirtschaft sowie des Natur- und Umweltschutzes sondern auch jeder Bürger aufgerufen. Sie alle tragen Verantwortung für die Erhaltung und die Weiterentwicklung der sozioökonomischen und kulturellen Vielfalt des attraktiven und sensiblen Alpenraumes.

Die Einbindung bei der Entwicklung von Initiativen und Strategien ist Grundlage für die Gestaltung der Zukunft. Nur eine im Konsens getragene Raumordnungspolitik unter Mitwirkung lokaler Initiativen kann zum Abbau von Gegensätzen beitragen und verhindern, dass regionale und sektorale Politiker den gesetzten Zielen entgegenstehen.

Die ARGE ALP soll also als gezielte Vertretung alpenspezifischer Anliegen wirksam werden durch

•    optimalen Informationsaustausch, gute interne Koordinierung und geschlossenes bzw. untereinander abgestimmtes Auftreten der ARGE ALP-Mitglieder nach außen

•    Vertretung alpenspezifischer Anliegen gegenüber den oft alpenfernen Zentralregierungen

•    Vertretung alpenspezifischer Anliegen gegenüber Institutionen auf europäischer Ebene, wie der Europäischen Union und ihren Gremien (z. B. Ausschuss der Regionen), dem Europarat und seinen Gremien (z. B. Kongress der Gemeinden und Regionen) oder der Alpenkonferenz der Umweltminister (Alpenkonvention und ihre Protokolle)

•    Zusammenarbeit in Fragen von allgemeinem Interesse für den Alpenraum mit anderen Gremien zur Vertretung von Interessen der Alpenregionen, um so alpenspezifische Anliegen besser durchsetzen zu können

•    Wahrnehmung einer "Brückenfunktion" zur Überwindung trennender Grenzen im Alpenraum und zur Erlangung eines besseren Verständnisses zwischen inner- und außeralpinen Bereichen.

Die ARGE ALP arbeitet eng mit anderen Kooperationsgremien zusammen, um ihre Ziele im europäischen Verbund zu erreichen.

Eine enge Kooperation besteht zur Arbeitsgemeinschaft Alpen-Adria. Den Arbeitsgemeinschaften des Alpenraumes wurde gemeinsam der Beraterstatus beim Europarat zuerkannt. Die Vertretung der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Brüssel betreut die direkten Kontakte mit der Europäischen Union. Die ARGE ALP ist zudem Beobachterorganisation in der Alpenkonvention, einem internationalen Abkommen zum Schutz und der nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes.