Projekt

Kulinarisches Erbe, Ketten und Landschaften der Nahrungsmittelproduktion

Lebendiges Erbe der Alpenregion

Infos

Das kulinarische Erbe der Alpen ist mit seinen gemeinsamen kulturellen Werten ein Schlüsselelement für die Wahrung und Erhaltung kultureller Vielfalt und die Garantie einer nachhaltigen regionalen Entwicklung: Die alpinen Gemeinschaften sind aktive Protagonisten bei der Weitergabe dieses Wissens an kommende Generationen.

Solche Themen sind Gegenstand internationaler Diskussionen und finden sich in den Richtlinien der UNESCO zur Durchführung des Übereinkommens,u.a. mit Bezug auf die Erstellung von Verzeichnissen des Immateriellen Erbes.

Teilhabe, Selbstdarstellung und Wahrnehmung des eigenen Erbes durch die jeweiligen lokalen Gemeinschaften sind unabdingbare Bestandteile einer regionalen Governance des kulinarischen Erbes.

Im Rahmen des Projekts soll allen Arge Alp-Mitgliedsländern die Plattform des Verzeichnisses des Immateriellen Erbes der Alpenregionen www.intangiblesearch.eu zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich um ein Instrumentarium, das die alpinen Gemeinschaften direkt am Storytelling über ihr jeweiliges immaterielles Erbe beteiligt und seiner Erhaltung und In-Wert-Setzung dient. Die Plattform mit dem Verzeichnis wurde von der Generaldirektion Autonomie und Kultur – ethnografisches und sozialhistorisches Archiv – der Region Lombardei im Rahmen europäischer Projekte entwickelt und wird von ihr gepflegt.

Die für das Projekt vorgesehene Methodik entspricht den Richtlinien der UNESCO und wird im Rahmen eines innovativen und interdisziplinären partizipatorischen Prozesses die Aktivitäten der Arge Alp-Länder zu einem gemeinsamen Thema zusammenführen.

Im Rahmen des Projekts sollen mit Vertretern der Bevölkerung und der Politik Workshops durchgeführt werden, in denen eine allen beteiligten Arge Alp-Ländern gemeinsame Produktionskette ermittelt wird. Es sollen dann alpine Spezialitäten erzählt und in Wert gesetzt werden, wobei es nicht nur um die Herausarbeitung von Typologien und Identitäten geht, sondern auch um die Nutzung als wirtschaftliche und soziale Ressource, als Faktoren der Resilienz in und nach der Coronakrise und um die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen. Für das Narrativ der ermittelten Produktionskette soll Videomaterial produziert werden.

In den Prozess werden alle Akteure, Hotelfachschulen und Bildungseinrichtungen aus dem Bereich Nahrung und Gastronomie einbezogen und an der Verbreitung der Projektergebnisse aktiv beteiligt.

Projektziele

  • In-Wert-Setzung des kulinarischen Erbes der Alpen durch Prozesse der Governance und gemeinschaftlicher Erhaltung. Es wird eine Produktionskette ermittelt, die die regionalen Besonderheiten und die Gemeinsamkeiten der beteiligten Alpengebiete verdeutlicht.
  • Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls und des Wertes des gemeinsamen Erbes durch eine Stärkung des Bewusstseins der Gemeinschaften, der örtlichen Verwaltungen und der politischen Entscheidungsträger. Durch die Methodik der partizipatorischen Workshops nach dem UNESCO-Modell des Capacity Building werden die Bedürfnisse der einheimischen Gemeinschaften aufgegriffen und wird das Ziel der In-Wert-Setzung und der Erhaltung des gemeinsamen Erbes verfolgt.
  • Stärkung der Zusammenarbeit durch ein Modell branchenübergreifender Kooperation. Anbahnung einer strategischen und politischen Kooperation der Bereiche wie Kultur, Berglandwirtschaft, Umwelt und wirtschaftliche Entwicklung.
  • Aktivierung bestehender Netzwerke im Bereich alpines kulinarisches Erbe mit dem Ziel der Aufnahme in das UNESCO-ICH-Verzeichnis.

Projektdauer: 2021-2022