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09.03.2020Tirol

Nach drei Jahren: Projekt Kulturschatz Lichtbild war Erfolg

Eine umfassende Fotodatenbank, eine App und vier Ausstellungen – das ist die erfolgreiche Bilanz des Interreg-Projekts „Lichtbild. Kulturschatz Historische Photographie“, welches nach drei Jahren im Dezember 2019 endete.

Ziel des grenzüberschreitenden Gemeinschaftsprojekts von Tirol und Südtirol war es, das Verständnis für die historische Fotografie zu beleben, das Interesse an alten Bildern zu wecken, den Umgang mit dem analogen und digitalen Kulturschatz zu professionalisieren sowie die Qualität zu sichern und zu steigern. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen des Projekts zahlreiche Initiativen gesetzt. 

„Mit ‚Lichtbild‘ wurde der Wert historischer Fotografien in den Mittelpunkt gerückt“, zog Kulturlandesrätin Beate Palfradergemeinsam mit ihremSüdtiroler Amtskollegen LR Philipp Achammer Bilanz. „Die Bilder ermöglichen uns einen Blick in die Vergangenheit und regen oft zum Nachdenken an. Umso wichtiger ist es, diese Dokumente für die Nachwelt zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen – dazu hat das Projekt ‚Lichtbild‘ mit großem Erfolg beigetragen.“ Für LR Achammer liegt der große Wert dieses Interreg-Projektes darin begründet, dass es lediglich das Auge des Betrachters brauche, „um den großen Umfang an kulturgeschichtlichen und gesellschaftlichen Gemeinsamkeiten sowie Veränderungen der beiden Landesteile zu erfassen.“ 

12.000 Bilder in Foto-Datenbank und eine App

Unter dem Motto „Offen im Zugang“ entstand eine Datenbank mit 12.000 neu erschlossenen historischen Fotografien aus den Archiven der verschiedenen Projektpartner. Die Bilder stehen in Druckqualität zum kostenlosen Download zur Verfügung und können unter Nennung des Fotonachweises auch kommerziell genutzt werden.

Ein weiteres Ergebnis des Projekts ist die mobile Anwendung für Smartphones „Timetrip Pics“: Der geschichtliche Wandel zentraler Orte in Bozen, Bruneck, Lienz und Innsbruck lässt sich wie im Daumenkino oder mit dem Einbau einer historischen Aufnahme in ein aktuelles Panoramabild visuell nachvollziehen.

Ausstellungen im virtuellen und realen Raum

Ebenfalls online sind zwei von vier Ausstellungen, die im Rahmen des Projektes entstanden sind. Auf der Homepage sind Einblicke in die visuelle Geschichte der Familie Kneußl in Tirol-Südtirol-Trentino 1887–1964 sowie eine Ausstellung mit Schlaglichtern auf den Wintersport in der Region im 20. Jahrhundert zu sehen, informierte der Leiter des Tiroler Photoarchivs (TAP) Martin Kofler. Auch nach Ende des Projekts stehen die Datenbank, die virtuellen Ausstellungen und der Online-Kurs unter www.lichtbild-argentovivo.eu zur Nutzung bereit.

Darüber hinaus sorgten zwei weitere Schauen für Aufmerksamkeit: Im Herbst 2018 ging die Ausstellung „Platz da!“ in Lienz, Bruneck, Innsbruck und Bozen über die Bühne.  Historische Aufnahmen zeigten, welche Institutionen, Machthaber und Einzelkämpfer wichtige Plätze der Städte im Laufe der Zeit für sich einnahmen. Die Ausstellung „Frauenbilder“ war im Frühjahr 2019 in Lienz, Bruneck, Bozen, Innsbruck und Trient zu sehen: Sie setzte sich mit der Rolle der Fotografie als Zeugin des Wandels am Beispiel der Frauen vor und hinter der Kamera auseinander

Die richtige Aufbewahrung

Für die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit historischen Fotografien wurden fünf kostenlose Workshops mit Fachleuten aus Österreich, Italien, Deutschland und der Schweiz angeboten. Knapp 600 Interessierte nahmen daran teil. Inhalte waren neben der Geschichte der Fotografie in Tirol und Südtirol, Foto- und Urheberrechte sowie die richtige Aufbewahrung, Digitalisierung und Bearbeitung von Fotos. Darüber hinaus wurde zu diesen Inhalten ein Online-Kurs ausgearbeitet sowie ein Handbuch herausgegeben, welches über das Tiroler Bildungsforum erhältlich ist.

Neben dem Verein TAP waren die Stadtgemeinde Bruneck, das Amt für Film und Medien und die Abteilung Museen des Landes Südtirol am Projekt beteiligt. Zusätzlich arbeiteten die Tiroler Landesmuseen, das Tiroler Bildungsforum, die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino sowie das Südtiroler Landesarchiv am Projekt mit.

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