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18.11.2019Bayern

Internationales Klimathermometer in den Alpen – 20 Jahre Umweltforschungsstation Schneefernerhaus

Bayern feierte das 20-Jahr-Jubiläum der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus, Deutschlands höchst gelegener Forschungsstation auf der Zugspitze.

Deutschlands höchste Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS) soll in den kommenden Jahren deutlich erweitert werden. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum der UFS auf der Zugspitze: "Unabhängige Klimaforschung ist elementar wichtig. Wir müssen den Klimawandel verstehen, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus spielt dabei eine besondere Rolle. Das Schneefernerhaus soll zu einem internationalen Klimathermometer ausgebaut werden. Denn in den Alpen sieht man den Klimawandel wie unter einem Brennglas. Die Alpen sind damit ein Micro-Labor zur Erforschung des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf Mensch und Natur. Dank modernster Labore und engagierter Wissenschaftler werden auf der Zugspitze vielfältige Informationen über das Klima gewonnen. Jetzt brauchen wir einen weiteren technischen Sprung nach vorne. Bayern leistet hier seinen Anteil. Weil das Alpenobservatorium in Europa einzigartig ist, ist aber auch die EU gefordert." Der Freistaat wird sich deshalb in Brüssel für neue Mittel für die UFS einsetzen. Seit dem Jahr 2005 hat die Staatsregierung die UFS mit über 10 Millionen Euro gefördert. Für die Realisierung von Forschungs- und Infrastrukturprojekten sind weitere 3,3 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2019/2020 vorgesehen. Dazu gehört Deutschlands höchster Drohnenstartplatz, der Messstandort "Gipfelkamm" und die Sonnenkollektorfassade an der Zugangsterrasse zur Forschungsseilbahn.

Nirgendwo ist der Klimawandel so stark messbar wie in den Alpen. In den Alpen sind die Temperaturen in den vergangenen rund 100 Jahren mit 2°C doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnitt. In Bayern könnten bald fast alle Gletscher verschwunden sein.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde zudem die Bayerische Staatsmedaille für herausragende Verdienste um die Umwelt an Dr.-Ing. Karl-Friedrich Ziegahn aus Baden-Württemberg verliehen. Dr.-Ing. Ziegahn ist Leiter für den Bereich "Natürliche und gebaute Umwelt" des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), das unter anderem auch einen Standort in Garmisch-Partenkirchen hat und Partner der Bayerischen Klima-Allianz ist. Als Vertreter des Partnerinstituts KIT und stellvertretender Vorsitzender des Konsortialrats der UFS hat Dr.-Ing. Ziegahn mit großem Engagement dazu beigetragen, die UFS zu einem international führenden Kompetenzzentrum für Höhen- und Klimaforschung auszubauen.

Die UFS bietet eine weltweit einzigartige Plattform zur kontinuierlichen Beobachtung physikalischer Eigenschaften der Atmosphäre sowie für die Analyse wetter- und klimawirksamer Prozesse. Unter der Federführung des Bayerischen Umweltministeriums haben sich 10 Forschungseinrichtungen auf der UFS zu einem virtuellen Institut zusammengeschlossen: Umweltbundesamt, Deutscher Wetterdienst, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, KIT, Helmholtz-Zentrum München, Max-Planck-Gesellschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München, Technische Universität München, Universität Augsburg und Bayerisches Landesamt für Umwelt. Das virtuelle Institut ermöglicht es den Wissenschaftlern, sich interdisziplinär zu vernetzen. Durch das Virtuelle Alpenobservatorium (VAO) wird die Klima- und Höhenforschung zudem grenzüberschreitend verstärkt. Das VAO ist ein von der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus initiierter Zusammenschluss von Höhen- und Klimaforschungsstationen mit Unterstützung der Alpenkonvention.

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