Landwirtschaftsschulen, die Stadtgärtnerei Salzburg und ein Friedhof helfen, gebietsfremde Mücken und mögliche Krankheitserreger aufzuspüren
Seit 2011 führt die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) ein Gelsen-Monitoring in Österreich durch, um die Ausbreitung exotischer und krankheitsübertragender Stechmücken zu überwachen. Dabei ist sie auf zahlreiche helfende Hände in den Bundesländern angewiesen. Die Landessanitätsdirektion Salzburg ist eine der Unterstützerinnen und organisiert jährlich zahlreiche Menschen und Organisationen, die Fallen aufstellen und mit der AGES zusammenarbeiten.
Elf Standorte und ein Vielfaches mehr an helfenden Händen sind es heuer in Salzburg, die der AGES bei ihrem Stechmückenmonitoring unter die Arme greifen. Sie sammeln vor Ort wertvolles Grundlagenmaterial für die Analyse über die Verbreitung von beispielsweise der Tigermücke und dem West-Nil-Virus.
Die Stadtgärtnerei Salzburg wurde heuer mit einer neuen Falle ausgestattet und die Mitarbeiter dafür eingeschult. Es ist eine Lebendfalle für das Pathogen-Monitoring der heimischen Gelsen auf zum Beispiel das West-Nil-Virus. „Unsere Atemluft, und darin vor allem das CO2, ist eines der wichtigsten Signale, das Gelsen anlockt. Das und ein Lockstoff, der den Hautgeruch nachahmt, befinden sich in der Falle. Damit werden die Gelsen angelockt und dann von einem kleinen Ventilator in ein Fangnetz eingesaugt. Danach schicken die Mitarbeiter die Gelsen gut verpackt zur Analyse nach Wien“, erklärt Dr. Karin Bakran-Lebl von der AGES den Prozess im Überblick. Die Fallen werden von Mai bis Oktober zwei Mal pro Monat aufgestellt.
Gebietsfremde Gelsenarten etablieren sich in unseren Breiten vor allem aufgrund des Klimawandels immer mehr. Zusätzlich begünstigt der Verkehr – etwa durch den Transport von Waren und Personen – ihre unbeabsichtigte Verbreitung über große Distanzen. Einmal bei uns angekommen nutzen sie stehendes Wasser, um ihre Eier abzulegen, von Untersetzern bei Blumentöpfen bis hin zu Regentonnen. „Es reichen oft ganz kleine Wasserstellen, wo die Gelsen ihre Brut ablegen können. Und wenn man das verhindert, weil man diese Behälter regelmäßig ausleert und auch gut reinigt, dann hat man schon viel getan“, so Landessanitätsdirektorin Petra Gruber-Juhasz.


