Mit neuen Geodaten und digitalen Werkzeugen schafft DIGIWAY mehr Sicherheit und Orientierung für Bergwanderungen in der Euregio.
Bergwandern ist Breitensport, aber mit 37 Prozent auch die alpine Disziplin mit den meisten Todesfällen in Österreich. Gleichzeitig verlassen sich immer mehr Menschen bei der Tourenplanung auf digitale Apps – oft ohne zu wissen, wie verlässlich die Daten dahinter sind. Genau hier setzt das Euregio-Projekt DIGIWAY an: Mit innovativen digitalen Werkzeugen macht es Bergwandern in Tirol, Südtirol und Trentino sicherer. Nach zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit liegen die Ergebnisse vor – darunter eine Ausgesetztheitskarte, die erstmals sichtbar macht, wo am Berg erhöhte Absturzgefahr besteht.
Ausgesetztheitskarte: Absturzgefahr auf einen Blick
Das Herzstück von DIGIWAY ist die erste flächendeckende Ausgesetztheitskarte für die gesamte Euregio. Sie zeigt in vier Farbstufen – von grün bis rot – welche Folgen ein Sturz an einer bestimmten Stelle hätte. Grün bedeutet geringe Absturzgefahr, rot hingegen zeigt einen sehr ausgesetzten Weg an, an dem ein Absturz lebensgefährlich sein kann. Entwickelt wurde die Karte mit modernster GIS (Geoinformations)-Technologie auf Basis hochauflösender Geländemodelle und amtlicher Wegedaten.
Evaluierungen im Gelände zeigen eine hohe Übereinstimmung der digitalen Auswertungen mit den tatsächlichen Gegebenheiten. Auch die alpine Unfallstatistik bestätigt die Aussagekraft der Daten: Tödliche Abstürze ereignen sich überwiegend in den rot markierten Bereichen der Karte. Geographische Informationssysteme machen Gefahrenbereiche am Berg sichtbar und ermöglichen eine genauere Einschätzung potenzieller Risiken. Unmittelbare Absturzbereiche sind zusätzlich durch eine pinke Signatur gekennzeichnet. Die Karte ist frei zugänglich, in drei Sprachen verfügbar und kann in Apps, Webseiten oder Tourenportale integriert werden.
Vergleichbar im gesamten Alpenraum
Wer grenzüberschreitend wandert, kennt das Problem: Kaum hat man eine Landesgrenze überquert, ändern sich die Wegeklassifikationen. Was in Tirol „rot" ist, kann im Trentino beispielsweise „E“ sein. Für BergwanderInnen ist das verwirrend und im schlimmsten Fall gefährlich, weil sie die Anforderungen einer Tour falsch einschätzen. DIGIWAY hat erstmals alle gängigen Wegeklassifikationssysteme in der Euregio und darüber hinaus systematisch analysiert und verglichen. Das Ergebnis: ein digitales Vergleichstool, das auf einen Blick zeigt, was die unterschiedlichen Einstufungen bedeuten.
Medien
Euregio - DIGIWAY bietet verlässliche digitale Grundlagen für die Tourenplanung in Tirol, Südtirol und Trentino.
Euregio - Die neue Ausgesetztheitskarte zeigt auf einen Blick, wo Absturzgefahr droht – entwickelt mit modernster GIS-Technologie.
Land Tirol/Schallhart - Bergsportbegeisterte können über die Web-Anwendung die Ausgesetztheitskarte aufrufen und sich über die Ausgesetztheit von Wanderwegen informieren.



