Trentino im Mittelpunkt des Austauschs über die Forstwirtschaft der Zukunft
Von künstlicher Intelligenz, die dabei hilft, mögliche Stresssignale in Wäldern frühzeitig zu erkennen, bis hin zu Technologien, die Gebietsaufnahmen analysieren, um besonders kritische Situationen zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zu unterstützen: Die Bewirtschaftung der Alpenwälder setzt zunehmend auf Innovation, um den Herausforderungen neuer Risikofaktoren zu begegnen. Darüber wurde beim siebten Treffen des Projekts „Neue Technologien und KI für die Forstwirtschaft der Zukunft“ diskutiert, das im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) organisiert wurde. Gastgeber der Veranstaltung waren in der Lombardei die Forstbaumschule von ERSAF in Curno sowie die Berggemeinschaft Valle Seriana in Clusone in der Provinz Bergamo. Zu den behandelten Themen gehörten die Auswirkungen von Sturmereignissen wie Vaia sowie die Ausbreitung des Borkenkäfers. Das Treffen bot Gelegenheit zum Austausch von Erfahrungen, Instrumenten und bewährten Verfahren zu Herausforderungen, die den gesamten Alpenraum betreffen.
Breiten Raum nahmen auch angewandte Forschungsprojekte ein, mit dem Ziel, wissenschaftliche Innovationen in konkrete Lösungen für die Forstwirtschaft zu überführen.
Am ersten Veranstaltungstag besichtigten die Teilnehmenden die Forstbaumschulen in Curno. Anschließend stellte der Forscher Andrea Piotti vom CNR-IBBR in Florenz erste Ergebnisse einer Studie zur genetischen Widerstandsfähigkeit der Gemeinen Fichte gegenüber Insektenbefall vor. Danach fand eine Exkursion zu einem Saatgutbestand statt, bei der Methoden der Saatgutgewinnung und Pflanzenproduktion erläutert wurden.
Der zweite Tag war den fortschrittlichsten Anwendungen der künstlichen Intelligenz gewidmet. Fachleute von ERSAF präsentierten erste Ergebnisse einer Studie, die Computermodelle nutzt, um Anomalien in der Reaktion von Wäldern auf Stressbedingungen zu erkennen und zu kartieren. Darüber hinaus wurden Technologien vorgestellt, die Gebietsaufnahmen automatisch analysieren können, um vom Borkenkäfer befallene Bäume in Gebieten mit Steinschlagrisiko zu identifizieren.
Die Veranstaltung endete mit einem Bericht über die gemeinsame Teilnahme von Arge Alp an der nächsten Ausgabe der Interforst im Oktober, der wichtigsten internationalen Fachmesse der Branche. Dort wird ein eigener Arge-Alp-Bereich den Themen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung gewidmet sein.
Auch der Forstdienst der Provinz Trient wird mit einem eigenen Messestand vertreten sein, der mit Unterstützung von Trentino Sviluppo und der Handelskammer Trient realisiert wird. Ziel ist es, mit Stakeholdern, Fachleuten der Branche und Besucherinnen und Besuchern in Kontakt zu treten.



