05.12.2025Tirol

Tirol als erstes Bundesland ohne neue Schulden

WIFO-Chef Professor Felbermayr zum Tiroler Doppelbudget 2026/2027.

Kürzlich haben Landeshauptmann Anton Mattle und der Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), Professor Gabriel Felbermayr, einen Einblick in die budgetäre und wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes Tirol gegeben. Dabei ist Tirol das erste und einzige Bundesland, das im kommenden Jahr keine neuen, zusätzlichen Schulden macht. Tirol ist es möglich, die laufenden Ausgaben selbst zu decken und aus dem Überschuss der operativen Gebarung Investitionen zu tätigen. 

Ende der Schuldenpolitik und konsequenter Budgetvollzug

Mit dem eingeschlagenen Kurs wird Tirol 2026 mit rund 1.730 Euro das Bundesland mit der niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung sein. 2026 wird die Schuldenquote bei 24,71 Prozent liegen und im Jahr 2027 auf 24,03 Prozent sinken. Damit liegt Tirol unterhalb des selbst festgelegten strengen Finanzrahmens von 25 Prozent und deutlich unter der 30-Prozent-Grenze, die internationale Ratingagenturen anwenden. 

Investitionen tätigen und ermöglichen

In den nächsten beiden Jahren weist Tirol insgesamt ein Investitionsvolumen von mehr als 1,2 Milliarden Euro auf. Zudem stehen im Tiroler Gemeinde- Investitionsfonds 200 Millionen Euro in Form von zinsgünstigen Darlehen für die Gemeinden zur Verfügung. 

Wirtschaft erholt sich (sehr) langsam, aber doch

In Tirol entwickelte sich die Konjunktur laut den regionalen Indikatoren im ersten Quartal 2025 im Bundesländervergleich recht dynamisch. Die Sachgüterproduktion stieg gegenüber dem Vorjahr um +8,0 Prozent (Österreich: +2,7 Prozent) und auch der reale Produktionsindex für die Bauproduktion lag mit +6,7 Prozent deutlich über dem österreichischen Durchschnitt (+3 Prozent). Die Zahl der Nächtigungen ging mit -4,4 Prozent dagegen leicht überdurchschnittlich zurück. Die Beschäftigungsentwicklung war wie im vierten Quartal 2024 dynamischer als in Österreich insgesamt, wenngleich auf niedrigem Niveau: im ersten Quartal stieg die Zahl der aktiv unselbständig Beschäftigten um +0,3 Prozent (Österreich: +0,2 Prozent). Trotz saisonaler Schwankungen zeigt sich der Arbeitsmarkt in Tirol stabil, über viele Monate wies das Bundesland die niedrigste Arbeitslosenquote in Österreich auf.

Strukturelle Reformen in Österreich notwendig

Erst vergangene Woche haben Bund, Länder und Gemeinden sich auf einen neuen Stabilitätspakt geeinigt. Durch den konsequenten Budgetkurs wird das Land Tirol die darin enthaltenen Vorgaben einhalten können. Somit sind für Tirol keine Sanktionen und Strafzahlungen erwartbar.

Medien

Weitere Beiträge