Ein Jahr nach Einführung zeigt sich: 98 Mio. Flaschen und Dosen wurden in Tirol zurückgegeben – ein Plus für Recycling, Klima und saubere Landschaften.
Seit 1. Jänner 2025 werden in Österreich Einweggetränkeverpackungen aus Kunststoff und Metall bepfandet. Zwölf Monate später liegt eine erste belastbare Bilanz vor – mit klaren Ergebnissen für Tirol und darüber hinaus.
Rund 98 Millionen Kunststoffflaschen und Metalldosen wurden im ersten Jahr in Tirol zurückgegeben. Österreichweit wurde die angestrebte Sammelquote von 80 Prozent mit 81,5 Prozent übertroffen. Damit ist ein wichtiger Zwischenschritt erreicht: Bis 2029 sieht die EU eine Rücklaufquote von 90 Prozent vor, Österreich strebt dieses Ziel bereits für 2027 an. Eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse findet sich in der Jahresbilanz des Landes Tirol.
Sortenrein gesammelt, hochwertig verwertet
Ein zentraler Effekt des Pfandsystems liegt in der getrennten Erfassung von PET und Aluminium. Die Materialien werden nicht mehr gemeinsam mit anderen Verpackungen gesammelt, sondern sortenrein zurückgenommen. Dadurch können sie hochwertig recycelt und erneut als Rohstoff für neue Produkte eingesetzt werden.
Der Pfandbetrag von 25 Cent erhöht zusätzlich die Rückgabebereitschaft und stärkt das Bewusstsein für den Wert endlicher Ressourcen. Gleichzeitig gehen Einwegverpackungen seltener im Restmüll verloren oder bleiben in der Natur zurück. Das trägt zur Reduktion von „Littering“ bei – ein Thema, das gerade in sensiblen alpinen Räumen besondere Bedeutung hat.
Erfahrungen mit Modellcharakter
Tirol zählt seit Jahren zu den Regionen mit hohen Pro-Kopf-Sammelquoten bei Wertstoffen und Bioabfällen. Die Einführung des Pfandsystems konnte daher auf bestehenden Strukturen aufbauen. Ein dichtes Netz an Rückgabestellen sowie die enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Entsorgungsunternehmen und Handel unterstützten den reibungslosen Start.
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass ein flächendeckendes Pfandsystem auch in topografisch anspruchsvollen und touristisch geprägten Regionen praktikabel ist. Damit liefert Tirol Impulse für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft im Alpenraum und unterstreicht, wie Ressourcenmanagement und Umweltschutz konkret umgesetzt werden können.


