28.09.2026Trentino

Alpine Biwaks zwischen zeitgenössischer Architektur und Identität

Im MUSE – Museo delle Scienze di Trento wurde der Band „Das neue Biwak-Modell Fiamme Gialle” vorgestellt.

Die Sektion Fiamme Gialle des Club Alpino Italiano hatte einen Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau von drei Biwaks ausgeschrieben. Ziel war ein einheitliches Modell für Schutz und Rettung, das sich in unterschiedlichen Umgebungen einsetzen lässt und Funktionalität, Wiedererkennbarkeit und Respekt vor der hochalpinen Landschaft verbindet. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind im Band „Das neue Biwak-Modell Fiamme Gialle. Raum, Funktionalität und Erscheinungsbild eines alpinen Schutzraums” zusammengefasst. Herausgegeben wurde er von Gabriele Tisi und Davide Fusari, vorgestellt wurde er am 18. September 2026 im MUSE, dem Wissenschaftsmuseum von Trient.

Ein alpines Biwak dient beim Wandern und Bergsteigen als Stützpunkt, Schutzraum und Anlaufstelle im Notfall. Es ist besonders wichtig in abgelegenen, schwer zugänglichen und topografisch anspruchsvollen Gebieten, die keine Schutzhütten erschließen.

Bei der Präsentation sprach Simone Marchiori, Landesrat für Wohnbau, Vermögen, öffentliches Gut und die Förderung des Autonomiewissens, für die Autonome Provinz Trient. Er sagte, die Initiative biete eine wertvolle Gelegenheit, über das Verhältnis zum Berg nachzudenken. „Das Thema der Biwaks“, so Marchiori, „lässt uns über die Bewohnbarkeit der Hochgebirgsregionen nachdenken. Der Band gibt gewissermaßen wieder, was es heißt, als Bergmensch zu leben und mit den Bergen bewusst umzugehen: nicht wie in einem Freizeitpark, sondern in einer Umwelt, die viele positive Erfahrungen schenken kann, aber auch viel nimmt, wenn man ihr nicht verantwortungsvoll begegnet.“

Mit den Mitteln der zeitgenössischen Architektur ist ein Raum für bewusstes Planen entstanden. Er tritt in einen Dialog mit den Bergen, bewahrt die Erinnerung und erfüllt zugleich die funktionalen Anforderungen von heute. Das Siegerprojekt stammt vom Trentiner Architekten Raffaele Cetto und überzeugte durch das ausgewogene Verhältnis von Innovation und Respekt vor dem alpinen Kontext. Der Entwurf sieht eine kompakte, funktionale Konstruktion aus nachhaltigen, leicht zu transportierenden Materialien vor, die den Nutzern Komfort und Sicherheit bietet. Er greift die Identität der Guardia di Finanza auf und legt besonderen Wert auf Wiedererkennbarkeit, die Einbindung in die Landschaft und Langlebigkeit.

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