Zur Woche des Zivilschutzes fand die Auftaktveranstaltung des Projekts statt, das die Autonome Provinz Trient federführend leitet.
Die Bevölkerung soll bei Hochwassergefahr richtig reagieren. Dafür wollen die Arge-Alp-Regionen ihre Kommunikation vereinheitlichen, bewährte Praktiken austauschen und Strategien entwickeln, die zum Selbstschutz anregen. Das sind die Ziele des Projekts, das unter der Leitung der Autonomen Provinz Trient steht und in Trient im Rahmen der Woche des Zivilschutzes gestartet wurde.
An der ersten Arbeitssitzung, die online stattfand, nahmen Ansprechpartner aus der Lombardei, Tirol, Salzburg, dem Kanton Tessin, Südtirol und dem Trentino teil. Dabei waren auch die Koordinatoren des Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung der Provinz (PAT) sowie der Generaldirektor der Abteilung für Zivilschutz, Forstwirtschaft und Fauna, Stefano Fait. Er begrüßte die Teilnehmenden mit den Worten: „Unser Ziel ruht auf drei Säulen. Die erste ist der Selbstschutz als erste Form der Verteidigung. Im Trentino zählt der Zivilschutz 13.000 Einsatzkräfte. Aber es wäre außergewöhnlich, wenn sich alle 550.000 Einwohnerinnen und Einwohner als aktiver Teil der Sicherheit des Landes fühlen würden. Die zweite Säule ist eine gemeinsame, grenzüberschreitende Sprache im gesamten Alpenraum, wie wir sie bei den Wetter- und Lawinenberichten in den Euregio-Gebieten bereits kennen. Und drittens müssen wir eine nachhaltige Nutzung der Berge fördern. Dazu gehört auch ein kritischer Blick auf die Wetterwarnungen: Sie drohen zu häufig zu werden und damit an Überzeugungskraft zu verlieren.“
Das Projekt wird auch vom Kanton Graubünden, von Bayern und von Vorarlberg unterstützt und im Laufe des kommenden Jahres umgesetzt. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Schutzbauten wie Dämme, Wehre und Lawinenverbauungen die hydrogeologischen Risiken nicht vollständig beseitigen können. Technik und Infrastruktur allein reichen nicht aus, wenn riskantes Verhalten Einzelner schwere Folgen haben kann. Deshalb ist eine klare, gemeinsame Kommunikation so wichtig: Sie hilft den Menschen, die Risiken zu verstehen und im Notfall verantwortungsvoll zu handeln.
Am Ende soll ein Leitfaden auf Italienisch und Deutsch stehen. Er schlägt konkrete Lösungen vor, etwa spezielle Beschilderungen, Infografiken oder den Einsatz unterschiedlicher Materialien, und widmet sich besonders der Kommunikation mit Schulen.


