23.10.2026Tirol

Schutzwald: Einsatzplan für Sturm und Waldschäden

Tirol hat für große Waldschäden einheitliche Abläufe festgelegt - damit sich der Schutzwald nach Sturm oder Borkenkäferbefall rasch wieder erholen kann.

Siedlungen und Straßen unter steilen Hängen sind nur so sicher wie der Wald darüber. In Tirol erfüllen 72 Prozent der rund 522.000 Hektar Wald eine Schutzfunktion. Doch Stürme, Trockenheit, Schneedruck und Borkenkäfer setzen ihn zunehmend unter Druck. Der neue Waldschäden Einsatzplan legt fest, was im Ernstfall zu tun ist– vom ersten Lagebild bis zur Wiederbewaldung.

Erst Sicherheit, dann Reihung nach Schutzwirkung

Nach einem Schadensereignis geht es zuerst um die Sicherheit von Bevölkerung und Einsatzkräften. Danach wird aufgeräumt, wo der Wald am dringendsten gebraucht wird: Objektschutzwälder kommen zuerst, dann Standortschutzwälder, Erholungs- und Wohlfahrtswälder und zuletzt Wirtschaftswälder. Auch Borkenkäfer-Risiko und Zugänglichkeit fließen in diese Reihung ein.

Lagebild in wenigen Tagen

Schon bei verlässlichen Sturmprognosen werden die forstlichen Stellen vorbereitet. Danach erfassen WaldaufseherInnen die Schäden digital und einheitlich, sodass innerhalb weniger Tage ein tirolweites Lagebild entsteht. Es ist die Grundlage für die Koordination auf Gemeinde-, Bezirks- und Landesebene. Forstdienst, Gemeinden, Bezirkshauptmannschaften, Wildbach- und Lawinenverbauung, Landesgeologie, Baubezirksämter und Krisenmanagement arbeiten anschließend Hand in Hand.

Totholz als Schutz – Beispiel Neustift im Stubaital

Nicht jedes Schadholz muss sofort weg: Liegende Stämme und Wurzelteller können die Schneedecke vorübergehend stabilisieren, bis neuer Wald nachwächst. Wo hingegen Siedlungen oder Verkehrswege gefährdet sind, braucht es rasche Aufarbeitung und weitere Schutzmaßnahmen. Wie komplex das ist, zeigt Neustift im Stubaital: Der Sturm vom 18. Juli 2023 hinterließ dort zahlreiche Windwurfflächen, die größte zusammenhängende im Bereich Kaserstatt/Pfurtschell. Die Wiederbewaldung wird hier noch Jahre dauern.

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