05.10.2023Salzburg

Mobilitätsstudie: Anteil an PKW-Fahrten sinkt signifikant

Zehn-Jahres-Vergleich 2012-2022 / Radfahren ist „in“

(LK)  An einem durchschnittlichen Werktag legten die Salzburgerinnen und Salzburger im Vorjahr 45,5 Prozent der Gesamtanzahl ihrer Wege am Steuer eines PKW zurück. 2012 lag dieser Anteil noch bei 49 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege deutlich von 10,7 auf 12,9 Prozent.

Landeshauptmann-Stellvertreter Stefan Schnöll präsentierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Mobilitätsverhalten in Salzburg, die eine Reihe von interessanten Entwicklungen der vergangenen zehn Jahren aufzeigt.

Rad, Fußwege und Öffis boomen

So wurden 2022 von den Salzburgerinnen und Salzburgern rund 19,2 Millionen Kilometer an einem durchschnittlichen Werktag zurückgelegt, ein Plus von 22 Prozent zu 2012. Knapp elf Millionen Kilometer wurden am Steuer eines PKW zurückgelegt, ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2012. Der Radverkehr hat sich im selben Zeitraum jedoch um 92 Prozent auf 900.000 Kilometer erhöht, die Fußwege um 82 Prozent auf über 500.000 Kilometer. Auch der öffentliche Verkehr hat mit einem Plus von 42 Prozent auf rund 4,2 Millionen Kilometer prozentuell deutlich stärker zugelegt als die mit dem PKW zurückgelegten Strecken.

Schnöll: „Eingeschlagener Kurs stimmt.“

„Das Mobilitätsverhalten der Salzburgerinnen und Salzburger ist die wesentliche Grundlage für politische Entscheidungen im Verkehrsbereich. Die Ergebnisse der aktuellen Studie zeigen uns, dass der in den letzten Jahren eingeschlagene Kurs stimmt und es uns nachweislich gelingt, Alternativen zum PKW-Verkehr zu schaffen, die von der Bevölkerung auch angenommen werden.“

Mann sitzt am Steuer

Interessant ist auch ein Blick auf den Unterschied bei der Wahl der Verkehrsmittel zwischen Männern und Frauen. Männer legten 2012 in Salzburg 54 Prozent ihrer Wege am Steuer eines PKW zurück, 2022 waren es nur noch 50 Prozent. Bei den Frauen nahm dieser Anteil innerhalb von zehn Jahren von 44 Prozent auf 41 Prozent ab. Fußwege nahmen bei beiden Geschlechtern um jeweils ein Prozent zu, die Frauen sind mit 21 Prozent aller Wege zu Fuß im Jahr 2022 aber weiterhin klar vor den Männern (16 Prozent).

Weniger Wege beruflicher Natur

Bei rund der Hälfte der Wege handelte es sich 2022 um Einkaufswege (15 Prozent), private Erledigungen (11 Prozent) und um Freizeitwege oder private Besuche (24 Prozent). 24 Prozent der Wege waren vom und zum Arbeitsplatz, weitere acht Prozent dienstlicher Natur. Neun Prozent entfielen auf Ausbildungswege und weitere sieben Prozent auf Bring- und Holwege. Im Vergleich zu 2012 ist ein deutlicher Rückgang der Arbeitsplatz-, der Ausbildungs- sowie der Einkaufswege festzustellen, jeweils um rund drei Prozentpunkte. Demgegenüber steht ein entsprechender Anstieg bei den privaten Freizeit-, Besuchs- und Erledigungswegen.

Mehr Radlkilometer durch E-Bikes

Im Vergleich zu 2012 zeigt sich bei den Wegen mit dem Fahrrad ein Trend in Richtung größerer durchschnittlicher Weglängen. War 2012 ein Weg mit dem Fahrrad durchschnittlich 3,2 Kilometer lang, beträgt dieser Wert 2022 bereits 4,4 Kilometer. Diese Entwicklung ist vor allem auch auf die höhere Anzahl an Elektrofahrrädern und den damit möglichen, längeren, Distanzen zurückzuführen.

Fahrradland Salzburg

Knapp neun von zehn Salzburgerinnen und Salzburger besaßen 2022 bereits ein eigenes Fahrrad (88 Prozent), ein deutlicher Anstieg von zehn Prozentpunkten zu 2012 (78 Prozent). Bereits 19 Prozent verfügen aktuell über ein Elektrofahrrad. Das bedeutet, dass bereits mehr als ein Fünftel aller Fahrräder Elektrofahrräder sind.

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