23.04.2026Trentino

20 Jahre bilinguale Schule in Innsbruck und Trient

In der Tiroler Landeshauptstadt wurde das 20-jährige Bestehen des Projekts gefeiert, das 2005 ins Leben gerufen und 2024 um weitere 10 Jahre verlängert wurde

„Guten Morgen“ und „Buongiorno“: Schon in der Früh ist an der Volksschule Altwilten und der Grundschule Cognola (Istituto Comprensivo Trento 2 - J.A. Comenius) der Wechsel von einer Sprache in die andere eine Selbstverständlichkeit. Rechnen auf Deutsch, Erzählen auf Italienisch – zwei Lehrpersonen, zwei Sprachen, in einer einzigen Unterrichtseinheit. Das 2005 eingeführte grenzüberschreitende Schulprojekt „Bilinguale Schule“ steht für interkulturelles Lernen und gelebte Mehrsprachigkeit. Es ist ein Vorzeigebeispiel für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die heute auch durch die Plattform der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino gefördert wird.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Grundsatzvereinbarung zwischen dem Land Tirol und der Autonomen Provinz Trient über den Unterricht in bilingualen Klassen – die bereits 2024 für weitere zehn Jahre verlängert wurde – fand heute in Innsbruck eine Jubiläumsfeier statt. Der Schulamtsleiter der Autonomen Provinz Trient, Giuseppe Rizza, betonte vor Ort: „Zwanzig Jahre nach dem Start der bilingualen Sektionen zwischen dem Trentino und Tirol bestätigt sich das Projekt als Referenzpunkt für das Schulsystem. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gebieten, der Austausch von Lehrkräften und der Vergleich pädagogischer Praktiken haben ein Modell geschaffen, das auf Mehrsprachigkeit, Innovation und grenzüberschreitender Kooperation basiert – eine Erfahrung, die die Ausbildung der neuen Generationen stärkt.“

Das Projekt entstand vor zwanzig Jahren aus einer Elterninitiative heraus, vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl italienisch-deutscher Familien in Innsbruck. Konkret unterrichten qualifizierte Lehrkräfte aus Tirol und dem Trentino gemeinsam in einer Klasse in ihrer jeweiligen Muttersprache. Die Zweitsprache wird dabei nicht als Fremdsprache unterrichtet, sondern ist fester Bestandteil des Schulalltags. Zentral ist der kontinuierliche Austausch zwischen den Partnerschulen.

Derzeit unterrichten fünf Lehrkräfte aus Tirol in Cognola und fünf aus dem Trentino in Innsbruck.

„Unser Ziel ist es, dass die Kinder mit Freude in zwei Sprachen lernen und sich individuell entwickeln können. Wir betrachten die sprachliche Vielfalt als große Chance“, unterstreichen Monika Schöpf, Direktorin der Volksschule Altwilten, und Carlo Zanetti, Direktor des Istituto Comprensivo Trento 2 - J.A. Comenius in Trient. Das Projekt wird wissenschaftlich von der Universität Innsbruck begleitet.

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