07.11.2025Tirol

Klimaanalyse liefert neue Planungsgrundlagen

Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie als Fundament für Anpassung an verändertes Klima.

Der Schutz der Bevölkerung vor Hitze und die Anpassung an den Klimawandel sind wesentliche Punkte der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Eine Maßnahme der Strategie wurde heute, Freitag, von Raumordnungsreferent LHStv Josef Geisler und Klimaschutz- und Nachhaltigkeitslandesrat René Zumtobel bei einer Pressekonferenz vorgestellt: Im Auftrag des Landes Tirol wurde eine in dieser Form in Österreich einzigartige regionale Klimaanalyse für das Tiroler Inntal erstellt. Die analysierten Daten zeigen nun, wo es sogenannte „Hitzeinseln“ gibt und wo Kaltluftströme für Abkühlung sorgen. Die Ergebnisse sind in vielen Bereichen relevant – unter anderem für die Raumordnung. Zudem erlauben die gewonnenen Ergebnisse eine regionale Abstimmung in der Klimawandelanpassung, insbesondere wenn es um die Kaltluftversorgung geht. Von der Analyse umfasst sind mehr als 125 Gemeinden in Tirol, rund 534.000 Menschen haben ihren Hauptwohnsitz im untersuchten Gebiet. 

Anzahl der Hitzetage in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt 

Als Hitzetage gelten Tage, an denen 30 Grad Celsius überschritten wurden. In Innsbruck werden aktuell durchschnittlich 23 Hitzetage pro Jahr gezählt, das sind zweieinhalb Mal mehr als im Zeitraum 1961 bis 1990. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen, ist sich die Wissenschaft einig. 

Wichtige Planungsgrundlage für Bauprojekte aller Art 

Die durchgeführte Klimaanalyse basiert auf Messdaten von Wetterstationen im Inntal. „Wesentlicher Faktor ist die nächtliche Abkühlung. Wo entsteht Kaltluft und wie weit wirkt die Kaltluft in der Nacht in die Siedlungsgebiete und sorgt für Abkühlung? Die Ergebnisse zeigen nun, wo Siedlungen besonders von der Kaltluftversorgung profitieren, wo es Hitze-Hotspots gibt und wo es auch innerörtlich kühle Orte gibt“ erklärt Projektleiter Karl Schönhuber von Rosinak und Partner. 

Raum & Klima – Detailinformation für über 100 Interessierte 

Die Ergebnisse wurden heute Vormittag im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung vor über 100 interessierten TeilnehmerInnen im Landhaus präsentiert. Insbesondere BürgermeisterInnen, Bauamtsleitungen aus Gemeinden, VertreterInnen der Planungsverbände, aber auch Mitglieder von Klima-Energiemodellregionen und Klimawandel-Anpassungsmodellregionen sowie VertreterInnen aus Planungsbüros zeigten großes Interesse. Neben einem umfassenden Abschlussbericht steht die detaillierte Karte auch auf einer Website zur Verfügung.

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