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18.06.2020St. Gallen

Gute Fänge am Zürichsee, Ernüchterung am Linthkanal

Die Fischerinnen und Fischer am Zürichsee sind mehrheitlich zufrieden. Die Fänge waren im Jahr 2019 durchschnittlich gut. Auch am Walensee lagen die Fänge im Durchschnitt. Dies ganz im Gegensatz zum Linthkanal, wo die Fangzahlen erneut zurückgingen.

Jahresbericht Fischereikommission für den Zürichsee, Linthkanal und Walensee

Mit rund 224 Tonnen wurden am Zürich- und Obersee knapp fünf Prozent weniger Fische gefangen als im langjährigen Durchschnitt. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Fänge um rund zehn Prozent. Erfreulich waren die guten Fänge bei den Kleinfelchen Albeli, dem Hecht und dem Egli. Die knapp 46 Tonnen Egli stellen das drittbeste Fangergebnis der letzten 15 Jahre dar. Ebenfalls konnte beim Hecht mit insgesamt 19,5 Tonnen ein sehr gutes Resultat erzielt werden. Bei allen drei Arten lag das Resultat deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Das Fangresultat bei den Grossfelchen fiel mit rund 96 Tonnen hingegen eher unterdurchschnittlich aus. Einen weiteren starken Rückgang gab es zudem bei den Seeforellen: Mit 0,96 Tonnen lag der Ertrag rund ein Viertel tiefer als im Vorjahr. Es ist das zweitschlechteste Fangresultat der letzten 20 Jahre.

Am Walensee liegen die 9,4 Tonnen gefangenen Fische der Angler- und Berufsfischer im langjährigen Mittel. Hier dominieren die gefangenen Grossfelchen mit rund 56 Prozent am Gesamtfang.

Sehr tiefe Fischbestände am Linthkanal

Der Gesamtfang im Linthkanal erreichte 2018 ein historisches Tief. Die Zahl ist 2019 nochmals leicht gesunken. Mit nur noch 215 Kilogramm ist dies erneut der tiefste Fang seit Bestehen der Linthkanal-Fangstatistik im Jahr 1940. Gegenüber dem Vorjahr ist der Fang der kieslaichenden Barben stark zurückgegangen. Auch die einst häufigen Forellen und Äschen werden nur noch in geringen Zahlen gefangen. Die Fischereikommission mutmasst, dass der starke Fangrückgang auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist: die verstärkten fischereilichen Schonbestimmungen, die Präsenz der Kormorane und der Nahrungsmangel aufgrund des Insektensterbens. In diesem Jahr sollen mit Kiesschüttungen und Schaffung von zusätzlichen Strukturelementen im Linthkanal die Laichhabitate der Äschen und Forellen gefördert werden. Zudem erhofft man sich mit intensivierten Kormoranabschüssen positive Effekte auf die Fischbestände.

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