Foto: Wilder Kaiser, Tirol | © Christoph Holz
Fremdenverkehr
- Der Tourismus als vielfach
wichtigste Wirtschaftsalternative peripherer Gebiete ist zu sichern und
den ökologischen Notwendigkeiten und Standortvoraussetzungen
entsprechend maßvoll zu entwickeln. In den bereits hochentwickelten
Gebieten sollen Überbelastungen vermieden und bereits aufgetretene
Schädigungen behoben werden, während in schwach oder noch nicht
entwickelten, für den Tourismus geeigneten Bereichen umweltverträgliche
Tourismusformen gestärkt werden sollen.
- Bei der behutsamen
Entwicklung des Tourismus in bereits hochentwickelten Gebieten soll
Qualitätsverbesserung absoluten Vorrang vor Kapazitätsausweitungen
haben.
- Die weitere Entwicklung des
Tourismus soll im Rahmen von Leitbildern erfolgen, die mit der
geordneten Gesamtentwicklung des Raumes im Einklang stehen und
räumliche und kapazitätsmäßige Ausbaugrenzen festlegen sollen. Dabei
sind bei allen Angebotserweiterungen die Folgen für den Siedlungsraum,
insbesondere auf dem Verkehrssektor, zu berücksichtigen. An der
Erarbeitung dieser Leitbilder sollen die davon betroffenen Kreise in
geeigneter Weise mitarbeiten können.
- Formen der überregionalen touristischen Zusammenarbeit und Vermarktung sollen im Rahmen der ARGE ALP entwickelt werden.
- Die Zusammenarbeit zwischen
der Land- und Forstwirtschaft und dem Tourismus soll zum Nutzen beider
Partner ausgebaut werden. Eine bessere Koordination von Angebot und
Nachfrage für regional erzeugte land- und forstwirtschaftliche Produkte
und die Verstärkung des Angebots "Urlaub am Bauernhof" sind Beispiele
dafür.
- Die touristische Verwendung
nicht mehr genutzter Gebäude kann, vor allem wenn es sich um
erhaltenswerte Bausubstanz handelt, sinnvoll sein. Dabei ist auf die
Erhaltung des Siedlungscharakters Rücksicht zu nehmen.
- Neue Formen des Kultur-, Bildungs- und Kurtourismus und die dafür nötigen Einrichtungen sollen aktiv unterstützt werden.
- In überlasteten Bereichen
soll der Ausflugstourismus derart geleitet werden, dass Überlastungen
im Verkehrsnetz und Kollisionen mit dem Langzeittourismus möglichst
vermieden werden können.
- Der touristische
Individualverkehr soll vermindert und kanalisiert werden durch ein auf
touristische Belange abgestimmtes Angebot an öffentlichen
Verkehrsmitteln (z.B. "Wandertaxis" zu Ausgangs- und Endpunkten
beliebter Wanderungen), durch Einrichtungen von (gebührenpflichtigen)
Parkplätzen für Wanderungen sowie durch die Verbesserung der
Skibusdienste. Eine gezielte Information und besondere Anreize sollen
die Gäste zu einem umweltfreundlichen Verkehrsverhalten anregen.
- Umweltschädliche
Erschließungen für den Tourismus sollen eingeschränkt oder
hintangehalten werden. Bei neuen Sportarten soll auf die Raum- und
Umweltauswirkungen geachtet werden, die bei zunehmender Betätigung
durch die Summierung von im Einzelfall unwesentlichen Auswirkungen
entstehen können.
- Für den umweltfreundlichen
Urlaub, wie z. B. durch Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, sollen
besondere Anreize geschaffen werden. Den Gästen soll durch fundierte
Information umweltgerechtes Verhalten nahegebracht werden.
Möglichkeiten für zeitlich gestaffeltes An- und Abreisen sollen
geschaffen werden.
Ziele und Maßnahmen