ArgeAlp-Logo
ArgeAlp-Logo
  • Bayern
  • Graubünden
  • Salzburg
  • St. Gallen
  • Südtirol
  • Tessin
  • Tirol
  • Trentino
  • Vorarlberg
Foto: Wilder Kaiser, Tirol | © Christoph Holz

Aktuelle Projekte

Weine aus der Bündner Herrschaft

Weine aus der Bündner Herrschaft (AOC)

Blauburgunder und Completer

Hintergrundinfos:
Schon die Römer liebten den Wein aus dem Bündner Rheintal. Der heute begehrte und typische Blauburgunder wurde auf den Bündner Böden jedoch erst Anfang des 17. Jahrhunderts heimisch. Junge Bündner Söldner und Bauernsöhne aus der Herrschaft standen während der Zeit der Bündner Wirren im Solde Frankreichs. Dabei lernten sie auch die Weinkultur des Burgunds und seine Reben kennen. Von der Côte d'Or im Burgund brachten Sie dann die neu entdeckten Rebschosse mit in die Heimat. Schnell bemerkten die schlauen Bündner, wie gut der Blauburgunder-Rebe das wohlige Klima und die kalkhaltigen Schieferböden behagten. Doch bis zur jetzigen Qualität der Bündner Weine war es noch ein langer Weg.

Weinbau betreiben die Bündner allerdings bereits seit 2000 Jahren. Die sonnenverwöhnten Halden und Hänge am Fusse steil abfallender Bergflanken bieten ideale Bedingungen für den Rebbau. Nachdem die Macht der Römer zerfiel, erbte die Kirche die Weinberge. Mönche pflegten lange Zeit die edlen Gewächse. Der Weinbau im Bündner Rheintal wird im Jahre 744 erstmals schriftlich erwähnt. Die Ahnen der Bündner Weinbauern und Weinbäuerinnen waren somit offiziell die ersten Winzer in der heutigen Schweiz. Seit dem Mittelalter prägt der Weinbau endgültig die Landschaft am Bündner Rhein. Der bis ins 17. Jahrhundert mehrheitlich angebaute Weisswein (hauptsächlich Completer) war klimaanfällig und seine Qualität schwankte von Jahr zu Jahr. Um 1630 wurden wie erwähnt erste Blauburgunder Reben angepflanzt. In den Adelssitzen von Maienfeld und Malans entstanden so erste Versuchsweinberge mit Blauburgunder Reben. Nach drei Jahren wurde dann der erste Traubenertrag gekeltert. Die wunderbar samtige Frucht dieses Rotweins wusste alle zu überzeugen. So wurden die Completer-Rebstöcke zügig mit Blauburgunder-Reben ersetzt und binnen sieben Jahren waren bereits 90 Prozent der Weinberge auf Blauburgunder umgestellt. Noch heute bedeckt der Pinot Noir ca. 80 Prozent der Rebfläche von Fläsch bis Reichenau. Er gilt als der Bündner Wein schlechthin. Doch die innovativen Bündner Weinbauern und Winzerinnen probieren immer wieder neue Sorten und Spezialitäten aus. So kann heute auf 420 Hektaren Rebfläche eine überraschende Vielfalt von über 40 verschiedenen Sorten gezählt werden.

Klein, aber fein:
Winzerinnen und Winzer, Wetter und nicht zuletzt der Föhn bringen Jahr für Jahr grossartige Öchslewerte in der wärmsten Weinbaugegend der deutschsprachigen Schweiz, die nur 2% der gesamten schweizerischen Weinbaufläche ausmacht, hervor. Weine aus Graubünden sind denn längst kein Geheimtipp mehr. Doch ihre Vielfalt ist noch zu entdecken: 43 Rebsorten gedeihen in der Herrschaft, und daraus entstehen mehr als 50 verschiedene Weine. Diese breite Palette an Spezialitäten ist einzigartig in der Schweiz. Der Blauburgunder bzw. Pinot noir dominiert mit 78 Prozent der Rebfläche das Bündner Weinangebot. Mit rund 8 Prozent ist der Riesling-Silvaner von der Menge her der zweitwichtigste Bündner Wein. Daneben werden in kleinsten Mengen auch viele für Graubünden spezielle Sorten angebaut, wie etwa Grauburgunder, Weissburgunder, Chardonnay, Gewürztraminer, Merlot oder Cabernet Sauvignon. Viele dieser Spezialitäten haben in erstklassigen Bündner Reblagen ein enormes Potential. Auch in der Kelterung und beim Ausbau hat sich in der Herrschaft Vieles getan. Verschiedene Kelterer bauen heute zum Beispiel ihre schönsten Weine in der Barrique aus und erzielen bei internationalen Degustationen immer wieder Spitzenplatzierungen. Neben dem klassischen Herrschäftler, also dem Blauburgunder, sind die typischsten Bündner Weinspezialitäten der Schiller und der rare Completer, der älteste Wein Graubündens. Doch die Zukunft der Weine aus Graubünden hat erst begonnen. Das günstige Klima erlaubt vielversprechende Experimente mit sogenannten Exoten, zum Beispiel Freisamer, Kerner, Räuschling oder Rheinriesling. Und darüber hinaus treiben sich die Bündner Weinproduzenten gegenseitig mit viel Kreativität und intensivem Erfahrungsaustausch immer wieder zu neuen Spitzenleistungen an.

Rotwein

Blauburgunder (Pinot noir) aus der Bündner Herrschaft (AOC).

Weisswein

Completer aus der Bündner Herrschaft (AOC).

Nach oben