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Foto: Wilder Kaiser, Tirol | © Christoph Holz

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Engadiner Nusstorte

Engadiner Nusstorte

Hintergrundinfos zum Gericht

Die "Tuorta da nusch" ist heute zum beliebtesten Exportprodukt der Engadiner Konditoreien geworden. Ihren Ursprung hat die Nusstorte aber nicht in den kargen Bergtälern Graubündens, wo aufgrund des zuwenig milden Klimas keine Nüsse wachsen. Zweifelsohne wurde sie von ausgewanderten Bündner Zuckerbäcker nach Hause gebracht. Aus der Fremde stammen vor allem auch die Nüsse. Der Kanton Graubünden hat eine lange Auswanderungstradition von Zuckerbäckern, die vom 15. bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ihren Beruf mit grossen Erfolg im Ausland ausübten. Aus südlichen Gebieten, wo die Baumnuss (Walnuss) zuhause ist, sollen denn Zuckerbäcker das Rezept zurückgebracht haben. So kann nachgewiesen werden, dass bereits in früheren Zeiten im südfranzösischen Tolouse „gâteaux aux noix“ hergestellt wurden, in Konditoreien, die von Engadiner Auswanderern geführt wurden. Besonderes Merkmal der Nusstorte, die aus Teig, Zuckerfüllung und Nusskernen besteht, ist ihre lange Haltbarkeit. Monate, ja selbst Jahre übersteht sie, ohne Schaden zu nehmen. Somit kann angenommen werden, dass im früheren bäuerlichen und herrschaftlichen Haushalt auch Nusstorten auf Vorrat gebacken und für besondere Anlässe aufbewahrt wurden.

Die erste kommerzielle Herstellung von Nusstorten, die beleget werden kann, fand in Samedan statt. Es war ein gewisser Fausto Pult, der hier im Jahre 1926 die erste Engadiner Nusstorte zum Verkauf anbot. Die Idee, die Engadiner Nusstorte zum Verkauf anzubieten, sei eher einem Zufall zu verdanken, heisst es. Eine nahe Verwandte von Fausto Pult habe sich eines Tages im Laden erkundigt, ob er nicht zufälligerweise eine Nusstorte zu verkaufen hätte. Aus dieser einen Torte wurden dann mehrere, und die Kundschaft fand gefallen daran. 1934 präsentierte Fausto Pult die Nusstorte erstmals einer grösseren Öffentlichkeit - an der Mustermesse in Basel.