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Foto: Wilder Kaiser, Tirol | © Christoph Holz

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Aktuelle Projekte

Umfassende Beschlüsse für die Zukunft

ARGE ALP-Preis 2007 "jung cool, engagiert": LH Sausgruber übergibt 15.000 Euro Preisgeld an sechs initiative Projekte im Alpenraum

Zum Abschluss des Vorarlberger Vorsitzjahres 2006/2007 in der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP) fassten die zehn Mitgliedsländer und -kantone heute, Freitag, 22. Juni 2007, im Festspielhaus in Bregenz umfassende Beschlüsse für die Zukunft: Konkret behandelt wurden u.a. die Erhaltung der Wasserressourcen, die Verkehrssituation im Alpenraum, Energiefragen sowie die Bereiche Daseinsvorsorge im Sozialbereich und Ausbau der territorialen Kooperationen.
Unter dem Vorsitz von ARGE ALP-Präsident Herbert Sausgruber nahmen an der ARGE ALP-Konferenz 2007 die bayerische Europa-Staatsministerin Emilia Müller, Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder, der Tiroler Landtagspräsident Helmut Mader, Regierungspräsidentin Kathrin Hilber (St. Gallen), Regierungsrätin Eveline Widmer-Schlumpf aus Graubünden, Regierungsrat Marco Borradori (Tessin), Assesore Gianluca Salvatori aus Trient sowie der Salzburger Landesamtsdirektor Heinrich Christian Marckhgott teil.

Wasser: Handlungsspielraum der Alpenländer nicht einschränken
In der Resolution zum Thema Wasser spricht sich die ARGE ALP dafür aus, einen "Zustandsbericht Wasser" für den Alpenraum zu erstellen. Die Frage, ob ein weiteres Ausführungsprotokoll der Alpenkonvention im Wasserbereich tatsächlich erforderlich ist, soll anhand dieses Berichts kritisch geprüft werden.

Rasche Realisierung der alpenquerenden Bahntransversalen
In ihrer Verkehrsresolution fordert die ARGE ALP die rasche Realisierung der alpenquerenden Bahntransversalen. So sollen zum Beispiel der Bahnkorridor von Schaffhausen bis Chiasso/Como mit den Zulaufstrecken zum Gotthard- und Monte Ceneri-Tunnel, aber auch der Brennerbasistunnel mit den nördlichen und südlichen Zulaufstrecken rasch realisiert werden.

Wichtig für alle Regionen: soziale Daseinsvorsorge
Ein ausreichendes Angebot an Daseinsvorsorge im Sozialbereich ist für alle Regionen wichtig. In abgelegenen und dünn besiedelten Gebieten muss die öffentliche Hand dies besonders unterstützen. Regionale und lokale Traditionen und Eigenheiten sind zu berücksichtigen. Deshalb spricht sich die ARGE ALP gegen EU-Vorgaben für diese Leistungen aus. Vielmehr soll die EU-Kommission klarstellen, dass es sich dabei nicht um ein marktorientiertes Angebot handelt und öffentliche Unterstützung zulässig ist.

Energie: ARGE ALP gegen Auslagerungen des Netzbetriebs
Im Jänner 2007 hat die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket im Energiebereich vorgelegt. Die Verwirklichung des Energiebinnenmarktes soll forciert werden. Die ARGE ALP fordert die europäischen Gremien auf, bei ihren Beschlüssen nicht nur Wettbewerbsaspekte, sondern auch das Erfordernis einer ausreichenden Versorgungsinfrastruktur im ländlichen Raum zu berücksichtigen. Besonders die Auslagerung des Netzbetriebs an selbstständige Gesellschaften lehnt die ARGE ALP ab. Zudem sollen der ökologisch vertretbare Ausbau der Wasserkraft und die Biomasse als wichtige Optionen für erneuerbare Energiequellen verankert werden.

Aktiv an der neuen EU-Regionalpolitik mitwirken
Schließlich will die ARGE ALP aktiv an der neuen EU-Regionalpolitik mitwirken und Projekte entwickeln, die durch EU-Mittel gefördert werden, so die Regierungschefs in einer Resolution zur europäischen territorialen Zusammenarbeit.

Wichtige Stimme für Föderalismus und Eigenständigkeit in Europa
Die neue Organisation der ARGE ALP hat gegriffen, die 2006 begonnene Reform der Organisationsstruktur der ARGE ALP (kleiner, straffer, Projektbezogen …) wurde erfolgreich umgesetzt und hat sich bewährt. Damit sollte gewährleistet sein, dass die ARGE ALP auch künftig eine ernst zu nehmende Stimme für Föderalismus und Eigenständigkeit in Europa sein kann.
Die wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkte der Vorarlberger Vorsitzführung waren unter anderem die Projekte Miteinander der Generationen, Dokumentation von Naturereignissen – bessere Vernetzung im Katastrophenfall, Xchange Lehrlingsaustausch, der ARGE ALP Preis "Jung, cool, engagiert" und die ARGE ALP Spiele.

Folgende Projekte werden laut Beschluss der ARGE ALP-Regierungschefs fortgeführt bzw. neu gestartet:
* "Miteinander Zukunft": Geplant ist ein zweitägiges Symposium im September 2007 in Telfs. Aus jeder ARGE ALP-Region soll anlässlich dieses Symposiums ein kommunales Good/Best-Practice-Modell zur Integration von Zugewanderten vorgestellt werden.
* ARGE ALP Spiele: Dieses erfolgreiche ARGE ALP-Sportprogramm wird bis 2012 fortgeführt. Geplant sind Sommer- und Winterspiele (Ski Alpin, Eishockey, Eiskunstlauf, Fußball, Sportschießen, Leichtathletik, Orientierungslauf, Behindertensport).
* "Network Mountain Forest": Dabei soll eine Veranstaltung zum Interreg IIIc-Projekt "Network Mountain Forest" abgehalten werden. Es geht in dem Projekt um den Erfahrungsaustausch zur Entwicklung einer gemeinsamen Strategie im Hinblick auf die Berg- und Schutzwaldpolitik.
* Konferenz zu "TEN": Geplant ist eine Nachfolgekonferenz zur TEN-Veranstaltung vom 20. April 2007 in München. Gegenstand sollen alle TEN-Schienenstrecken im ARGE ALP-Raum und entsprechende Schweizer Bahnlinien sein. Die Veranstaltung soll Politik, Fachleuten und Betroffenen öffentlichkeitswirksam verzahnen.
* Xchange: Der erfolgreiche Lehrlingsaustausch Xchange soll bis 2011 fortgeführt werden. Außerdem wird der Kooperationsraum ausgedehnt, die Anlaufstellen ausgebaut, die Unterstützung der Lehrlinge erhöht und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt.
* "Die besten Fünf": Pro Mitgliedsland sollen Ziele im Alpenraum für Schulexkursionen didaktisch aufbereitet und mit organisatorischen Tipps dargestellt werden (als Hilfe für Lehrerinnen und Lehrer).
* Deutsche Dialekte im Alpenraum: Auf einer Homepage werden interaktive Karten mit Hörbeispielen für deutsche Dialekte des ARGE ALP-Raums erstellt (Aussprachevarianten für einzelne Begriffe oder für ganze Sätze).

Bayern übernimmt ARGE ALP-Vorsitz für 2007/2008
LH Sausgruber übergab in Bregenz für das nächste Arbeitsjahr 2007/2008 den ARGE ALP-Vorsitz an Europaministerin Emilia Müller (Bayern). Müller: "Die ARGE ALP ist ein herausragendes Beispiel für die gelungene Verankerung des Regionalismusgedankens in Europa. Mit dieser grenzüberschreitenden Initiative können wir viele Anliegen im Alpenraum gemeinsam angehen und gute Lösungen finden. Ich freue mich, dass Bayern als neues Vorsitzland der ARGE ALP während der kommenden zwölf Monate die Integration des Alpenraums weiter voranbringen kann."

ARGE ALP-Preis 2007: 15.000 Euro Preisgeld
Aus 123 eingereichten Projekten sechs Preisträger ausgewählt
Im Rahmen der Konferenz wurden auch die Preisträger des ARGE ALP-Preises 2007 zum Thema "jung, cool und engagiert" bekannt gegeben. Dabei wurden Ideen gesucht, wie junge Menschen für ehrenamtliche und freiwillige Tätigkeiten gewonnen werden können. Von den insgesamt 123 (!) eingereichten Projekten wurden 39 regional ausgewählt. Eine internationale Jury hatte die Siegerprojekte ermittelt. Somit kann der mit 15.000 Euro dotierte Preis an die sechs Siegerprojekte verteilt werden.
Die Jury unter Vorsitz von Johannes Müller, Landesamtsdirektor von Vorarlberg setzte sich zusammen aus:
* Univ-Prof. Peter Stöger, Institut für Erziehungswissenschaften, Universität Innsbruck
* Antonio Lampis, Leiter der Abteilung "Italienische Kultur" in der Südtiroler Landesverwaltung in Bozen
* Matthias Sehling, Leiter des Referats "Gesellschaftspolitik, bürgerschaftliches Engagement und Bürgerarbeit" im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, München
* Marco Galli, Referatsleiter für Familien- und Jugendförderung, Staatskanzlei des Kantons Tessin, Bellinzona

Die Jury vergab zwei Haupt- und vier Anerkennungspreise. Hier die Siegerprojekte im Detail:
Hauptpreis: Sport-verein-t
Projektleitung: Bruno Schöb (IG St. Galler Sportverbände), St. Gallen;
"Sport-verein-t" ist ein Projekt der IG St. Galler Sportverbände, das zu einer Stärkung der Sportverbände und -vereine sowie zu einer verbesserten Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft über den Sport führen soll. Ehrenamtliche Leistung soll mehr Wertschätzung erfahren. Weitere Ziele liegen in der Sensibilisierung für Gewalt- und Konfliktprävention und in der Förderung von Solidarität unter den Vereinen. Zur Umsetzung der Ziele wurden von der IG St. Galler Sportvereine fünf Leitlinien für Sportvereine formuliert. Vereine, die sich für die Umsetzung dieses "Sport-verein-t"-Ehrenkodexes [Charta] entscheiden und konkrete Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele ergreifen, werden mit einem Qualitäts-Label ("Gütesiegel") ausgezeichnet. Außerdem erhalten die Vereine konkrete Hilfe für ihre Vereinsarbeit und werden mit finanziell belohnt.
Im Jahr 2005 wurde "Sport-verein-t" in Wil und in Widnau mit vierzehn Vereinen erfolgreich getestet. Im Jänner 2006 erfolgte die Ausdehnung des Projekts auf den ganzen Kanton St. Gallen.
Begründung der Jury: Das Projekt setzt sich mit der Frage der Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft auseinander. Dies geschieht über eine in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen anerkannte Disziplin - dem Sport. Dabei wird auf die Einhaltung bestimmter Grundsätze, einer Charta, verwiesen. Sport-verein-t ist auch ein innovativer Beitrag zur Gewaltprävention.
Der Preis wird entgegengenommen von Bruno Schöb und August W. Stolz.

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