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ArgeAlp
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“Im Anschluss an die Regierungschefkonferenz am Freitag, 30. Juni in Lautrach (Bayern) zeichnete Bayerns Europaministerin Dr. Beate Merk die diesjährigen Preisträger mit dem ARGE ALP-Preis 2017 „Integration im Alpenraum“ aus. Den Preis erhielten innovative Projekte zur Integration im Alpenraum, mit denen die Begegnung und das Verständnis zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft im Alpenraum gefördert wird. Die drei mit jeweils 6.000 Euro dotierten gleichwertigen Hauptpreise gingen an Projekte in Bayern, Graubünden und Tirol. Sechs weitere Integrationsprojekte erhielten mit jeweils 1.000 Euro dotierte Anerkennungspreise. In einem mehrstufigen Verfahren wählten zunächst regionale Jurys und anschließend eine internationale Jury besonders herausragende Projekte aus.”

Preisträger ARGE ALP PREIS 2017 „Integration im Alpenraum“

Hauptpreise

Bayern: A.L.M. (Alpen. Leben. Menschen.)
Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Malteser Hilfsdienst e.V. und dem Deutschen Alpenverein. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere Flüchtlingen mit Bleibeperspektive soll gerade im Alpenraum gelingen. Gleichzeitig soll Wertschätzung für das natürliche Lebensumfeld in den Alpen entstehen und die Menschen für Umweltfragen sensibilisiert werden. Integration geschieht bei diesem Projekt durch Interaktion sowohl mit der einheimischen Bevölkerung bei gemeinsamen Bergerlebnissen als auch Interaktion mit der besonders sensiblen Umwelt des Alpenraums. Ziel ist es, mit den Zugewanderten gemeinsam möglichst viel Zeit in den Bergen zu verbringen, egal ob beim Wandern, Klettern, auf Naturerlebnispfaden oder im Heimatmuseum.
Der Jury hat hierbei besonders der Ansatz von Integration durch Interaktion gefallen. Das Angebot ist niederschwellig, nicht-technisch und grenzübergreifend, da auch Ausflüge ins österreichische Salzburger Land oder Tirol veranstaltet werden. Eine weitere grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist angedacht. Das Projekt lebt vom ehrenamtlichen Engagement der Beteiligten und bietet einen hohen Nachahmungseffekt und Übertragungsfähigkeit. Das Gemeinsame steht im Vordergrund und nicht das Helfen, das manchmal „von oben herab“ geschehen kann, was hier aber eben nicht der Fall ist. Durch die Begegnungen auf Augenhöhe werden neue Netzwerke geschaffen, die auch weitere positive Effekte haben können, wie zum Beispiel später einen Arbeitsplatz zu finden. Auch die Zusammenarbeit zweier grundsätzlich verschiedener Vereine hat der Jury sehr gut gefallen.

Graubünden: Grenzenlose Gastfreundschaft in einem offenen Davos
Der Verein IG offenes Davos unterstützt Asylsuchende und Flüchtlinge bei Problemlösungen in ihrem Alltagsleben. Jährlich initiiert er über 70 interkulturelle Anlässe und ist gleichzeitig Ansprechpartner für die einheimische Bevölkerung. Die Vernetzung und der Austausch im Ort werden gefördert und das Engagement der Zivilgesellschaft unter einem Dach gebündelt.
Das Projekt ist damit ein echtes Dorfgemeinschafts-Projekt. Für die Jury zeigt dieses Projekt sehr schön, dass Institutionen wichtig sind, aber nicht alles alleine schaffen können. Integration braucht Gelegenheiten. Die Gelegenheiten bleiben hier nicht im Vereinsmilieu, sondern finden in der ganzen Kommune statt. Der Schulterschluss zwischen Zivilgesellschaft und Wirtschaft zeigt Früchte. Auch die gut gemachte Internetseite und Kommunikation laden bei diesem Projekt zum Mitmachen ein. So wird deutlich, wie erfolgreiche Integration auch von der aufnehmenden Gesellschaft abhängt.

Tirol: Die MobilitäterInnen – ein bewegendes Netzwerk
Das Projekt soll die Mobilität von Bewohnern abgelegener Tiroler Dörfer verbessern. Insbesondere zugewanderten und geflüchteten Menschen soll so zu mehr Teilhabe am sozialen Leben verholfen und Integration in den Dörfern gefördert werden. Das Projekt richtet sich aber an alle Dorfbewohner, die mehr Mobilität brauchen. Das Konzept ist einfach: Man macht seine Autotür auf und nimmt jemanden ein Stück des Weges mit. So wird eine feste Tradition aus früheren Zeiten wiederbelebt. Denn NachbarInnen ohne Autos mitzunehmen war früher selbstverständlich.
Bei diesem Projekt steht für die Jury die besondere Idee im Vordergrund. Durch die sehr nahen und längeren Begegnungen enthält das Projekt auch eine tiefe Vertrauensdimension. Der alte Gedanke, dass nicht jeder alles selber hat und man deshalb teilt, der in diesem Projekt sehr schön zum Ausdruck kommt, wird derzeit auch in der so genannten „sharing-economy“ aufgegriffen.

Anerkennungspreise

Salzburg: Sprachcafés Sankt Michael und Tamsweg
Hierbei handelt es sich um zwei Sprachcafés als sehr schöne Methode, das Erlernen einer neuen Sprache damit zu verbinden, verschiedene Kulturen kennen zu lernen und politische, religiöse und persönliche Hintergründe zu erfahren. Die gewünschten Nebenwirkungen wie gemeinsame Ausflüge, Workshops, Vorträge, Aktivitäten und das Kennenlernen der Region haben die Jury beeindruckt.

St. Gallen: Nussdorf Frümsen
2010 wurde in Frümsen ein schweizweit einzigartiger nationaler Nuss-Sorten-Garten eingerichtet mit dem Ziel, den in der Region vom Aussterben bedrohten Nussbaum zu schützen. Der Verein Nussdorf Frümsen pflegt diesen Nussgarten und belebt die Dorfkultur durch gemeinsame Aktivitäten. Der Jury hat hierbei besonders gefallen, dass eine ganze Dorfgemeinschaft, Junge und Alte, Einheimische und Zugezogene in die Erhaltung der ökologischen Vielfalt mit einbezogen wird.

Südtirol: Book a Cook
Gastgeber aus Südtirol laden Köche aus Afrika, Asien oder Südamerika zu sich nach Hause ein. Der Verein Empezamos vermittelt den Kontakt. Alle essen gemeinsam und bauen kulturelle Barrieren und Vorurteile ab.
Der Jury hat gefallen, dass sich beim gemeinsamen Kochen und Essen gute Gespräche ergeben und sogar neue Freundschaften geknüpft werden können, weil ein gewisses Maß an Vertrauen von beiden Seiten dazu gehört, die eigene Wohnung zu öffnen oder in eine fremde Wohnung zu gehen.

Tessin: Sozialisationsprojekt BAOBAB
Das Projekt unterstützt sozial schwache Familien und zwar Migranten und Einheimische gleichermaßen. Das Zentrum steht Kindern in Begleitung ihrer Eltern oder anderer Familienmitglieder offen. Im Sozialisationszentrum BAOBAB unterstützen sich Familien gegenseitig.
Die Jury hat sich vom interdisziplinären Ansatz und der Vielfalt der Aktivitäten beeindruckt gezeigt. So gibt es gemeinsame Mahlzeiten, Italienischkurse vor allem für Mütter aus Zuwandererfamilien, während Fachkräfte während des Unterrichts mithilfe der einheimischen Mütter die Kinder betreuen, ein Filmforum und eine Nähwerkstatt.

Trient: Unter demselben Himmel
Eine Dauerausstellung zum Thema “Welt der Religionen“ wird zum Ort der Begegnung von Vertretern der in der Region anwesenden Religionen, die an den Dialog glauben und sich für ein gutes gesellschaftliches Miteinander einsetzen. Die Ausstellung erlaubt Einblicke in die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der großen Religionen und erleichtert das Verständnis für Andersgläubige. Die Ausstellung ist bisher von tausenden insbesondere Schülerinnen und Schülern sowie anderen Interessierten jeden Alters besucht worden.
Das Projekt hat überzeugt, indem die Dimension des Glaubens als Chance präsentiert wird, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Vorarlberg: Integration gelingt, indem…
Der SC Elektro Graf Hatlerdorf Dornbirn ist ein Verein, der die Chance der Integration durch Sport strukturell fest verankert hat. In jeder der 16 Mannschaften des Vereins werden 2-3 Plätze für Spieler aus Fluchtländern freigehalten. Die Spielerinnen und Spieler werden über Lotsung in den Verein eingeführt und dort von Paten begleitet.
Die Jury würdigt die Tatsache, dass hierbei „Verein“ nicht nur sportliche Aktivität bedeutet, sondern auch Anschluss zu finden. Das Vereinsleben besteht nicht nur im reinen Sport, sondern bietet Heimat für Einheimische und Zugewanderte.

  • Geschäftsführung ARGE ALP
  • Amt der Tiroler Landesregierung
  • Tel: +43 (0)512 582304234
  • Web: http://www.arge-alp.org